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Rückblick: Weltgebetstag der Frauen

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Datum:
4. Apr. 2022
Von:
Marli Daniels

Nachdem im vergangenen Jahr der Weltgebetstag nur als Live-Stream im Internet zu verfolgen war, konnten wir am 4. März wieder in Präsens feiern. “Zukunftsplan: Hoffnung“ lautete das Thema des Gottesdienstes in diesem Jahr, den Frauen aus England, Wales und Irland vorbereitet hatten, um auf die verschiedenen Probleme von Frauen aufmerksam zu machen. In ökumenischer Gemeinschaft versammelten sich Frauen aller Konfessionen, die im Namen der kfd von der Gemeindereferentin Rita Weber in der St. Antonius Kirche in Wickrath begrüßt wurden.

Unter dem Eindruck der augenblicklichen Kriegswirren in der Ukraine war die Beteiligung so groß wie nie, um so die Sorgen und Nöte im gemeinsamen Gebet vor Gott zu tragen. Zukunftsplan: Hoffnung ist sicher das, was die Frauen vor allem in der Ukraine brauchen, um in dieser Zeit wieder Mut zu schöpfen. Als Zeichen der Hoffnung waren auf dem Altar Tücher in den Regenbogenfarben ausgebreitet und auch der Chorraum erstrahlte in den Farben des Regenbogens.

Während des Gottesdienstes wurden auch sieben Kerzen als Zeichen der Hoffnung entzündet. Die Bibellesung aus dem Buch des Propheten Jeremia wies viele Parallelen zur aktuellen Situation von Flucht und Vertreibung auf. Aber zunächst ein Blick auf die Alltagsgeschichten. Da war die Großmutter Lina, die sich das Essen vom Mund absparte, um die Familie ihres Sohnes zu unterstützen. Doch es gab Hoffnung, als Mitglieder der Kirchengemeinde die Familie mit Kleidung und Essen unterstützten. Die Geschichte von Natalie handelt von der Gewalt in der Beziehung. Ihr gelingt es, sich von ihrem gewalttätigen Partner zu lösen und im Vertrauen auf Gott ihren Weg gehen. Der Lebensentwurf von Emily wird durchkreuzt, als sie mit 16 Jahren die Diagnose “Gehirntumor“ erhält. Nach schweren inneren Kämpfen schafft sie es, ihre Behinderung zu akzeptieren und mit Vertrauen auf Gottes Beistand ihrem Leben eine neue Perspektive zu geben. Es sind Schicksale, die nicht weit von unseren Erfahrungen entfernt sind und die immer und überall passieren. Aber alle drei haben wieder Hoffnung geschöpft als sie ihre Zukunft in die Hände Gottes gelegt haben und sich seinen Plänen anvertrauten.

Diesen Gedanken, sich auf Neues einzulassen, nahm Diakonin Birgit Erke in ihrer Predigt auf. Ihr eindringlicher Aufruf war, sich im Gebet an Gott zu wenden, gemäß der Schrift. Lautet es doch so Spruch des Herrn:" Wenn ihr mich sucht, werdet ihr mich finden, wenn ihr von ganzem Herzen nach mir fragt, werde ich mich von euch finden lassen - Ich werde euer Schicksal zum Guten wenden.“ Fürbitten und Friedensgebet folgten.

Aus gegebenem Anlass wurde der Altarraum in die Farben der Ukraine Gelb und Blau getaucht.

Gott der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft,
Unsere Gedanken und Gebete sind bei unseren Schwestern und Brüdern in der Ukraine
und den umliegenden Ländern in ihrer Angst und Not.
Wir beten auch für alle anderen Regionen der Welt, in denen es Konflikte, Unruhen oder Unterdrückung gibt.
Wir beten, dass Versöhnung Hass entwaffnet Frieden Krieg besiegt Hoffnung Verzweiflung überwindet,
und dass deine Pläne des Friedens in Erfüllung gehen.
Gott, in deiner Barmherzigkeit: Erhöre unser Gebet.

Damit notwendige Hilfe geleistet werden kann, wurde in der Kollekte auch um materielle Unterstützung gebeten. Mit dem beachtlichen Betrag von 420€ konnten die anwesenden Frauen ihren wertvollen Beitrag leisten. Mit dem gemeinsamen Segensgebet von Rita Weber und Birgit Erke und dem traditionellen Lied des Weltgebetstags endete ein bewegender Gottesdienst. Leider lassen es die Pandemie-Bedingungen noch nicht zu, nach dem Gottesdienst zum Austausch zu verweilen. Hoffen wir, dass in 2023 wieder ein gemütlicher Ausklang ohne Abstand erfolgen kann.