Die stark gestiegenen Preise der letzten Monate haben auch vor der Baubranche nicht halt gemacht. Zudem sind bereits für das nächste Jahr schon Preissteigerungen von mindestens 10% prognostiziert. Durch die stark gestiegenen Preise würden wir vorr. das geplante Budget überschreiten müssen. Außerdem ist auch immer zu berücksichtigen, dass es immer wieder zu "Überraschungen" im fortschreitenden Bauvorgang kommen kann, die noch zusätzlich kalkuliert werden müssten.
St. Antonius: Umbau wird vorerst gestoppt

Seit Anfang des Jahres hat in St. Antonius kein Gottesdienst mehr stattgefunden. Die Kirche wurde in den vergangenen Monaten geräumt, auch die Kirchenbänke wurden bereits entfernt. Der hintere Teil steht zurzeit den Jugendlichen des Schülercafés sowie Besucherinnen und Besuchern zum stillen Gebet offen.
Geplant war, das Pfarrheim als sogenannte Haus-in-Haus-Lösung in die Kirche zu integrieren. Nach intensiven Beratungen mit dem Architekten, dem Bistum Aachen und auf Empfehlung der Wickrather Gremien hat die Vermögensverwaltung der Kirchengemeinde nun entschieden, den geplanten Umbau vorerst zu stoppen.
Warum der Baustopp notwendig wurde
Vor dem Einstieg in die konkrete Bauphase wurden Kosten, Finanzierung und Projektumfang noch einmal zusammengeführt und geprüft. In dieser Gesamtschau zeigte sich, dass die bisherige Planung in ihrer jetzigen Form finanziell nicht belastbar ist.
„In den vergangenen Monaten sind die Preise deutlich gestiegen, und die Kostenschätzungen zeigten, dass das geplante Budget deutlich überschritten worden wäre. Mit Blick auf einen verantwortungsvollen Umgang mit den kirchengemeindlichen Finanzen haben wir uns deshalb entschieden, den Umbau erst einmal auf Eis zu legen“, sagt Christoph Tenberken, eines von drei ehrenamtlichen Mitgliedern der Vermögensverwaltung.
Auch Einsparpotenziale wurden geprüft. Sie hätten jedoch nicht die erhofften Effekte gebracht. „Der Stopp zu diesem Zeitpunkt ist deshalb notwendig. Ein Baustart um jeden Preis wäre ein zu großes Risiko gewesen“, betont Tenberken.
Pfarrvikar Christoph Glanz, der den derzeit erkrankten Pfarrer Thorsten Aymanns in dieser Sache vertritt, kann die Enttäuschung vieler Menschen in Wickrath nachvollziehen: „Die Gemeinde wartet seit Jahren auf diesen Umbau. Seit dem Jahreswechsel fehlt auch der vertraute Kirchort. Dass sich der Beginn nun weiter verzögert, ist enttäuschend und belastend. Der Stopp ist bitter, aber er schützt die Gemeinde vor weiterem Schaden.“
Wie es nun weitergeht
Seit Beginn der Planungen vor etwa fünf Jahren haben sich auch die kirchlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen verändert. Diese Veränderungen sollen nun in die weiteren Überlegungen einbezogen werden.
„Die kirchlichen Gemeindestrukturen wie auch die Gesellschaft vor Ort sind in einem stetigen Wandel“, sagt Pfarrvikar Christoph Glanz. „Alleine dadurch ergeben sich schon neue Impulse und Möglichkeiten, die wir vorher noch nicht berücksichtigen konnten.“
In den kommenden Monaten prüfen die Wickrather Gremien, wie eine neue, tragfähige und auf die pastorale und gesellschaftliche Zukunft ausgerichtete Lösung aussehen kann. Einen Baustart in der bisher geplanten Form wird es in diesem Jahr nicht mehr geben. Ziel ist es, im kommenden Jahr mit einer überarbeiteten und finanziell tragfähigen Variante erneut in die konkrete Umsetzungsplanung einzusteigen.
Gottesdienste ab September wieder in St. Antonius
Eine spürbare positive Auswirkung hat der vorübergehende Baustopp für die Wickrather Gemeinde dennoch: Im September finden in St. Antonius wieder Gottesdienste statt.
„Die provisorische Nutzung kann zugleich Hinweise geben, welche Anforderungen der Kirchenraum künftig erfüllen muss“, berichtet Pfarrvikar Glanz.
Der Weg bis zu einer endgültigen baulichen Lösung wird damit länger als ursprünglich erhofft. Zugleich soll die Zeit genutzt werden, um verantwortungsvoll neu zu planen – und St. Antonius als Ort des Gebets, der Begegnung und des Gemeindelebens lebendig zu halten.