Geschichte der Kirche St. Antonius

1205

alte Ansicht der Kirche mit Schöffensiegel (Ansicht nach 1889)
alte Ansicht der Kirche mit Schöffensiegel (Ansicht nach 1889)

Die Geschichte von St. Antonius beginnt unter einem ganz anderen Namen: St. Salvator (lat. "Heiland"). Alte Urkunden berichten jedoch noch von einem Vorgängerbau, der bereits im Jahr 971 existiert haben muss.

Otto III. (Hochstaden) lässt von 1200 - 1205 in Wickrath eine romanische Pfeilerbasilika errichten die am 5. Februar 1205 eingeweiht wird.

1418

In diesem Jahr wird die Wickrather Schützenbruderschaft erstmalige urkundlich erwähnt.

Durch die wachsende Bevölkerung wird die Kirche zu klein: Das Mittelschiff wird vergrößert.

15. / 16. Jahrhundert

alte Klosterpforte
alte Klosterpforte

Nach einer wechselvollen Geschichte ist mittlerweile Heinrich von Hompesch der neue Herr von Wickrath. Dessen Frau gründet 1491 das Kreuzherrenkloster (damals: Kreuzbrüderkloster), dessen Schule das kleine Wickrath über seine Grenzen hinaus bekannt machte.

In der Erbfolge ging Wickrath später an die Grafen von Quadt über, die zum Protestantismus wechselten. Wie es damals üblich war, wurde dieser Wechsel auch Vorgabe für die Bevölkerung und die Kirchen. So wurde die kleine Kirche in Wickrathberg (ehemals St. Nikolaus) ebenfalls protestantisch.

Als Klosterkirche durfte St. Salvator weiterhin katholisch bleiben, wenn auch erst nach rechtlichen Auseinandersetzungen zwischen dem Grafen und dem Kloster.

Trotz des Konfessionswechsels wurden die Verstorbenen der Grafenfamilie weiterhin in der Gruft unter der Kirche beigesetzt, zuletzt 1790.

1794 - 1813

Die Franzosen regieren im linksrheinischen Gebiet und damit auch in Wickrath. In den neuen Gegenden des Reiches wurden im Rahmen der Säkularisierung die Klöster und Kirchen aufgehoben. Auch das Kreuzherrenkloster konnte von den Brüdern nicht weiter bewohnt und musste größtenteils freigegeben werden. Lediglich der Pfarrer durfte noch in einem Seitenflügel wohnen bleiben.

1906

Schule und St.-Joseph-Kloster
Schule und St.-Joseph-Kloster

Der Kirchenvorstand beschließt den Bau eines Hauses zur ambulanten Krankenpflege, „Kinderverwahrschule“ und „Kochschule“. Ab 1907 diente das alte St. Joseph-Kloster als Krankenhaus.

26. Februar 1945

Am 26. Februar 1945 erlebte Wickrath ab 14:15 Uhr den dunkelsten Tag seiner Geschichte: Bei strahlendem Sonnenschein flogen zwei Bombergeschwader an und luden ihre Bombenlast auf die Ortsmitte ab.

Kirche und Pfarrhaus wurden vollständig zerstört. Im Keller des Pfarrhauses fanden der Oberpfarrer Dr. Lohmann (Pfarrer in Wickrath von 1927 bis 1945, PW 1905) Kaplan Esser und weitere 16 Wickrather den Tod, die sich zum vermeintlichen Schutz dorthin geflüchtet hatten.

1954 / 1956

Kirche im Bau
Kirche im Bau

Am 15. August 1954 wird der Grundstein zur neuen St.-Antonius-Kirche gelegt. Nach zweijähriger Bauzeit erfolgt am 22. und 23. September 1956 die Weihe.

2010

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St. Antonius Wickrath schließt sich mit St. Mariä Himmelfahrt aus Wanlo, Herz Jesu Wickrathhahn und Christus König Herrath/Beckrath zur neuen Pfarre St. Matthias zusammen

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