Das geistliche Wort im Juni

Datum:
1. Juni 2021
Von:
Daniel Ohlig

Spatz in der Hand oder Taube auf dem Dach?

Am 5. Juni 755 wurde Wynfreth, ein Mönch und Missionar aus Exeter in Südengland, in Dokkum ermordet. Hierzulande ist er besser bekannt als Bonifatius, Bischof und der „Apostel der Deutschen“.
Sein Todestag ist zugleich sein Gedenktag. Aus dem Religionsunterricht ist mir über diesen Missionar in Erinnerung geblieben, dass er die Donareiche fällte und den „Heiden“ damit ihre Kultstätte nahm. Mission mit der Axt, sozusagen. Allerdings war dies nicht der Regelfall in der frühen Mission. Häufig wurde auf bestehenden Kulten aufgebaut, und sie wurden, wo das Christentum anschlussfähig war, gerne als Basis verwendet und dankbar angenommen.

Heute sind die Vorzeichen oft anders. Ich begegne Menschen, deren Basis noch christlich geprägt ist, die den Bezug zum Glauben aber teilweise oder ganz verloren haben, die sogar anderen, modernen Göttern huldigen. Und ich merke, dass ich mich manchmal insgeheim über diese Leute ärgere, weil ich mich „nur noch“ als Dienstleister für Taufe, Eheschließung, Beisetzung in Anspruch genommen fühle.

Wie weit bin ich weg von der frühen Mission? Warum weine ich dem nach, was aus meiner Sicht fehlt?
Sollte ich nicht dankbar auf dem aufbauen, was vorhanden ist?


Heiliger Bonifatius, bitte für mich.