Das geistliche Wort im Oktober

Von klein auf bringen wir unseren Kindern bei, „Danke“ zu sagen, wenn sie etwas bekommen – bei Kleinigkeiten und erst recht bei „großen“ Dingen. Doch im Laufe der Jahre tritt dieses früh eingeübte Ritual oft fast unbemerkt immer mehr in den Hintergrund … Vieles wird mit der Zeit selbstverständlich – und entlockt uns kein „Danke!“ mehr. Schade eigentlich!
Datum:
1. Okt. 2021
Von:
Ursula Kutsch, Gemeinderferentin

DANKEN und DENKEN... - (gerade) auch in diesen Zeiten?!

Und als ob wir in Sachen „Danke sagen“ ab und an eine Auffrischung brauchten, tritt jedes Jahr das Erntedankfest auf den Plan. Auf den ersten Blick scheint es vielleicht eher ein „altes“ Fest aus längst vergangenen Zeiten zu sein – recht nett anzuschauen, weil beispielsweise der Altarraum mit Blumen und Erntefrüchten schön bunt geschmückt wird …

Doch macht es gerade in diesen „ver-rückten“ Zeiten noch Sinn, ein DANKE-Fest zu feiern?

Wir leben immer noch in Zeiten einer Pandemie …

Wir haben ein „Jahrhundert-Hochwasser“ vor wenigen Wochen erlebt – und das nicht irgendwo weit weg, sondern direkt „vor unserer Haustür“ …

Und Mensch und Natur sind in vielen Regionen der Welt von unglaublicher Hitze und den Folgen betroffen …

Also gibt es keinen Grund zu danken …?

Ja – aber …!

Ja - wenn wir anfangen würden, über die vielen kleinen und großen Selbstverständlichkeiten nachzudenken, und – so wie auch ich - dankbar feststellen, dass es uns in vielen Bereichen unseres Lebens recht gut geht.

Ja - wenn wir die Möglichkeit hatten, in der Sommerzeit Gottes schöne Natur zu genießen, ob zu Fuß, auf dem Fahrrad … bei uns in Deutschland oder anderswo.

Ja, … aber auch gleichzeitig darüber nachzudenken, dass es auch auf uns ankommt, wenn es für alle Menschen und auch für unsere „Umwelt“ dringend notwendig ist, dass wir unser Verhalten ändern …

damit auch unsere Kinder und Enkelkinder noch viel Grund zum Danken haben und nicht wegen unserer Gedankenlosigkeit in einer Welt voller Katastrophen und Kriege leben müssen, weil die Ressourcen dieser einen Welt nicht mehr für alle reichen – sei es reine Luft, sauberes Trinkwasser …

Ja, wir dürfen uns „am Leben“ freuen – umso mehr wir spüren, wie „zerbrechlich“ dieses Geschenk Gottes ist!