Kirchenführung St. Mariä Himmelfahrt

Kirche_090421_Pano

Die Kirche St. Mariä Himmelfahrt schließt nach Süden hin unseren Pfarrbezirk ab. Der Turm mit dem Hauptportal ist gen Westen ausgerichtet, der Chor mit dem Altar somit gegen Osten, der aufgehenden Sonne entgegen.

Der Helm des Kirchturms weist ebenfalls eine achteckige Form auf und gibt somit ebenfalls die Zahl des vollendeten Himmels wieder. Der heutige Bau steht schon seit über 100 Jahren an dieser Stelle und hat auch die beiden Weltkriege fast unbeschadet überstanden. Lesen SIe hier mehr über die Historie der Kirche.

Panoramainnenansicht St. Mariä Himmelfahrt
Panoramainnenansicht St. Mariä Himmelfahrt

rechte Kirchenseite

Die Schöpfung

Erschaffung der Welt

Im Eingangsbereich (Südportal) der Wanloer Kirche befindet sich ein Gedenkstein an Altpfarrer Plönnis, der sich um das Jahr 1900 besonders um den Neubau der Wanloer Kirche verdient gemacht hat.

Zu Beginn der Führung durch die Kirche beginnen wir auch bei den Fenstern am Beginn der biblischen Erzählungen: Die Schöpfung der Erde aus dem Buch Genesis.

St. Antonius

Antonius2

Direkt am Eingang steht die Statue des Emeriten Heiliger Antonius. Neben dem Heiligen Sebastian ebenfalls Patron der Wanloer Bruderschaft.

Antonius, 251 in Kome (heute Keman) in Mittelägypten geboren, war Sohn eines wohlhabenden christlichen Großbauern. Nach dem Tod seiner Eltern, verschenkte er deren Besitz und begann mit 20 Jahren sein Leben als Einsiedler am Rande der libyschen Wüste in Oberägypten.

Später zog er Richtung Rotes Meer und ließ sich mit mit einigen Schülern am Berg Kolzim nieder, wo er als Lehrer und Vorbild einer immer größer werdenden Eremitenkolonie fastete, betete, lehrte, tröstete und heilte. Obwohl er kein Ordensgründer im eigentlichen Sinne war, gilt er dennoch als "Vater des christlichen Mönchtums".

Im Jahr 356 starb er im Alter von 105 Jahren in seiner Einsiedelei und hinterließ mit seinem letzten Willen auch den Satz "Lebt, wie wenn ihr jeden Tag sterben solltet!".

Auf sein Wirken ihn geht auch die Gründung des Antoniusorden (um das Jahr 1000) zurück, der sich der Armen- und Krankenpflege widmet. Die ordenseigenen Spitäler wurden mit dem Bild eines Schweines und einer Glocke gekennzeichnet. Daher ist Antonius wohl auch zum Patron der Haustiere, insbesondere der Schweine und Schweinehirten geworden. Im Rheinland wird er daher auch heute noch "Ferkestünn" genannt.

3 Begegnungen Mariens mit dem Kind Jesus

Auf den folgenden drei Fenstern werden drei wichtige Stationen Mariens im Leben mit ihrem Sohn dargestellt. Die drei Szenen sind den ersten Lebensmonaten Jesu entnommen und stellen die Geburt, die Anbetung der Weisen sowie die Darstellung im Tempel dar.

An der gegenüberliegenden Fensterfront folgen später drei Stationen Mariens mit dem erwachsenen Jesus.

Fenster_Weihnachten_hoch2
Fenster_Könige_quer2
Fenster_Darbringung_hoch2

Verkündigung Mariens

Fenster_Verkündigung_hoch1

Auf dem Fenster ist dargestellt, wie der Engel Gabriel Maria verkündet, dass Gott sie auserwählt hat, Mutter seines Sohnes zu werden (vgl. Lk 1, 26f).

Dieser Textstelle ist auch Marias Gebet, das Magnificat entnommen, dass zum Stundengebet gehört und im Rahmen des Angelus-Gebets zur Mittagszeit gebetet wird:

Der Wortlaut des Angelus-Gebetes

(V = Vorbeter; A = Gemeinde)

V: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft

A: und sie empfing vom Heiligen Geist.

V: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade,

der Herr ist mit dir.

Du bist gebenedeit unter den Frauen,

und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

A: Heilige Maria, Mutter Gottes,

bitte für uns Sünder

jetzt und in der Stunde unseres Todes.

Amen

V: Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn

A: mir geschehe nach Deinem Wort.

V: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade...

A: Heilige Maria, Mutter Gottes...

V: Und das Wort ist Fleisch geworden

A: und hat unter uns gewohnt.

V: Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade...

A: Heilige Maria, Mutter Gottes...

V: Bitte für uns Heilige Gottesmutter

A: auf dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

V: Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Lass uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

A: Amen.

Marienaltar

Marienstatue_43

Im Marienmonat Mai findet sich hier eine alte Statue, die die gekrönte Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind auf dem Arm zeigt.

Antonius von Padua und Jesukind

Mariengruppe

Diese Gruppe zeigt den Heiligen Antonius von Padua bei der Gottesmutter Maria, auf deren Schoß das Jesuskind sitzt. Ein Engel spielt bei der Begegnung auf einem Instrument.

Altarraum

Innerhalb der Kirche ist der Altarraum mit Altar, Tabernakel und Ambo besonders gestaltet. Hier ist Christus gegenwärtig in den Gestalten von Brot und Wein, im Wort der Lesungen sowie als Haupt und Hirte der Kirche und der Gemeinde. Nach den ersten Veränderungen im Rahmen der Liturgiereform nach dem zweiten Vatikanum in 1960er Jahren, wurde die Kirche und der Altarraum 2014 nochmals restauriert und modernisiert.

Altar mit Blick auf Tabernakel

Altar

Ursprünglich war der christliche Altar ein Tisch, wie er für das Abendmahl notwendig ist, das erstmals Gründonnerstag gefeiert wurde. Durch ein verändertes Liturgieverständnis erhielt er im Laufe der Jahrhunderte die Form eines Opfersteins bis hin zur Ausgestaltung als Wandkonsole für die Altaraufbauten mit dem Tabernakel. Erst die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils bezeichnet den Altar wieder als das, was er ursprünglich war, nämlich "Tisch des Herrn".

Denn Jesus hat uns keinen Opferkult hinterlassen (die ursprünglichste Nutzung eines Altars), sondern das Abendmahl, in dessen Mittelpunkt der Lobpreis Gottes und die Danksagung für sein Heilshandeln stehen. Die einmalige und endgültige Hingabe Christi wird in der Messe nicht erneuert oder ein weiteres mal begangen, sondern sie wird vergegenwärtigt, wie Jesus es uns gesagt hat "Tut dies zu meinem Gedächtnis".

Tabernakel

Tabernakel Frontansicht

Auf der Front des Tabernakels ist die Verkündigung Mariens zu sehen. Die Seiten zieren zum einen (links) die Auferstehung Jesu und (rechts) die Geburt in Bethlehem.

Himmelfahrtsfenster

Himmelfahrts Fenster

Das große Fenster im sogenannten Chor zeigt den Ursprung des Namens der Kirche: Die Aufnahme Mariens in den Himmel (=Mariä Himmelfahrt).

Zwar ist in der Bibel kein Bericht zur Himmelfahrt Mariens zu lesen, doch feiern Christen bereits seit dem 5. Jahrhundert gedacht. Der Gedenktag ist der 15. August und damit Patroziniumstag der Kirche in Wanlo

linke Kirchenseite

Bruderschaftsfahne

Sebastian_Maria_Antonius

In der Kirche hängt über dem linken Seitenaltar die alte Bruderschaftsfahne. Anfang der 2000-er erhielt die hiesige St. Sebastianus - St. Antonius-Bruderschaft eine neue und die alte wurde hierin verbracht.

Die Fahne zeigt links den Heiligen Sebastian, in der Mitte die Gottesmutter Maria und rechts den Heiligen Antonius.

Pfingsten / Geiststendung

Fenster_Pfingsten_hoch5

Das Fenster am linken Seitenaltar bezieht sich auf das Pfingstereignis. Nach biblicher Überlieferung senkte sich der Heilige Geist Geist in Form von Feuerzungen auf die Jüngerinnen und Jünger. Sie waren nun in der Lage , die Frohe Botschaft Jesu Christi in aller Welt zu verkünden (Apg 2, 1-11).

Das Bild zeigt die Gottesmutter Maria im Kreis der Jünger.

3 Begegnungen Mariens mit dem Erwachsenen Jesus

Auf den folgenden drei Fenstern werden drei wichtige Stationen Mariens im Leben mit ihrem erwachsenen Sohn dargestellt. Die drei Szenen drei Selbstoffenbarungen Jesu: sein Auftreten als Kind im Tempel, die Hochzeit zu Kanaa und den Tod am Kreuz

An der gegenüberliegenden Fensterfront sind drei Stationen aus den ersten Lebensmonaten Jesu zu sehen.

Kreuzigung mit Maria und Johannes
Fenster_Hochzeit Kanaa_hoch
Jesus lehrt als Kind in der Synagoge

St. Antonius von Padua

Antonius_Padua

Als Fernando Martin de Bullone wurde er 1195 in Lissabon geboren und trat als 15-jähriger in einen Orden ein. Später wechselte er zum Franziskaner-Orden, deren Tracht und Tonsur er auch auf den üblichen Darstellungen trägt.

Antonius, wie er sich nun nannte, begab sich auf Missionsreise nach Afrika. Jedoch musste er krankheitsbedingt nach kurzer Zeit wieder verlassen. In Italien war er zunächst als Wanderprediger tätig und wurde später vom Hl. Franz von Assisi zum Theologieprofessor ernannt.

Mit 36 Jahren starb Antonius an den Folgen seiner in Afrika erlittenen und nie völlig auskurierten Krankheit.

Oftmals wird Antonius mit dem nach ihm benannten Antoniusbrot dargestellt, das an das soziale Wirken erinnern und das erste Mal 1890 in Toulouse verteilt wurde.

In Wanlo wird dieser Brauch aufrecht erhalten und einmal jährlich wird das Antonius-Brot gesegnet.

 

 

Quelle: Lexikon der Heiligen und Namenstage, Herder, 2. Auflage, 2014

Piéta

Pieta

Die hier gezeigt Piéta stand ursprünglich in der Michaeliskapelle hinter der Kirche (dort steht heute der Kindergarten). Nach dem Abriss 1961 wurde sie in die Kirche verbracht.

Die Kapelle erhielt insbesondere bei Sterbefälleneine besondere Bedeutung: An ihr wurden für die verstorbene Person aus dem Mittelalter stammende Gebetsworte gesprochen.

Taufe Jesu

Taufe Jesu

Das Fenster von der Taufe Christi geht direkt auf die biblische Überlieferung zurück, wonach sich Jesus im Jordan (von seinem Cousin Johannes dem Täufer) taufen ließ. Die Taube symbolisiert den Heiligen Geist, der von Gott gesandt wird.

Taufstein

Taufstein

Der Taufstein stammt aus dem 12. Jahrhundert und ist somit der älteste Gegenstand in der Kirche. Er wurde aus Blaustein gehauen und ist ein Muster romanischer Steinmetzkunst. Drachenähnliche Tiere sind ringsum zu sehen.
Im Rahmen einer Restaurierung wurden der Deckel, die Basis sowie die Granitsäulen erneuert.